19 | 11 | 2017

Fauna


Neolamprologus multifasciatus


Bis heute wurden über 320 Fischarten aus dem Tanganjikasee beschrieben. Davon gehören rund 180 in die Gattung der Cichliden (Buntbarsche). Von diesen wiederum ist der weitaus grösste Teil im See endemisch. Das bedeutet, dass diese Fische weltweit ausschliesslich im Tanganjikasee vorkommen. Diese Exklusivität an Fischarten verdankt der Tanganjikasee seiner über 20 Millionen Jahre alten Geschichte, in der die Evolution von einschneidenden Naturereignissen verschont, ungestört voranschreiten konnte. Diesem Umstand ist nicht nur die Vielzahl an Arten zu verdanken, sondern auch das Spezialistentum unter den Fischen. Trotz der enormen Grösse des Tanganjikasees sind die einzelnen Lebensräume verhältnismässig klein. Sandflächen wechseln sich mit Felsabschnitten ab. Dabei wirken die Sandabschnitte für die Felsbewohner als natürliche, unüberwindbare Barrieren. Dieselbe Wirkung haben Felsabschnitte für die Sandflächenbewohner.

Dies führte zum erwähnten Spezialistentum, das sich sowohl auf die Nahrung wie auch auf die Lebensräume auswirkte. Andererseits ist dieser Umstand auch für die Bildung von Varianten ein und derselben Fischart verantwortlich. Jede ökologische Nische wurde und wird ausgenutzt. Beispielsweise die Schneckenbarsche, welche aus Ermangelung an geeigneter Deckung auf den Sandflächen, die leeren Häuser der Neothauma Schnecke zu ihrem Lebensraum gemacht haben (Bilder; Neolamprologus multifasciatus).

Neolamprologus multifasciatusNeolamprologus multifasciatus

Lamprologus brichardiLamprologus brichardi

Altolamprologus calvusAltolamprologus calvus

  
Julidochromis marlieri
 

Obschon der Tanganjikasee immense Ausmasse hat, so sind die Biotope, in denen die aquaristisch interessanten Arten leben, gar nicht so vielfältig wie man annehmen möchte. Genau genommen sind es nur gerade drei verschiedene Habitate.

  • Die Lagunen mit ihren Flachwasserzonen mit sandig-schlammigem Grund. Meist im Einzugsgebiet einer Flussmündung.
  • Die Sandflächenbewohner, die nahezu ausschliesslich über sandigem Boden angetroffen werden.
  • Die Felsbewohner, unter denen alle Cichliden endemisch sind. Sie leben in mit gösseren und kleineren Felsen übersäten Untergründen, an die sie eine starke Bindung haben.

Es versteht sich, dass es im Tanganjikasee noch weitere Lebensräume gibt, beispielsweise das offene Wasser. Diese Fische sind für uns jedoch weniger von Interesse. Für die Bevölkerung rund um den See ist aber vor allem diese Gruppe äusserst wichtig, weil ein grosser Teil der Menschen am See von der Fischerei lebt.