24 | 09 | 2017

Futter

Pflege und Haltung von Cyphotilapia

               
 
 
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Das Futter ist das A und O für gesunde und vitale Fische

Abwechslung macht das Leben süss! Diesen Spruch könnte man als Leitsatz über das Thema Futter setzen. Denn, abwechslungsreiches Futter beugt Mangelerscheinungen bei den Fischen vor. Doch nicht jedes Futter ist Cyphotilapias bekömmlich. Auch wenn sie gross und stark aussehen, so haben sie doch einen empfindlichen Verdauungsapparat. Vor allem - dies gilt übrigens für praktisch alle Fische - sollten sie keine Fette von warmblütigen Tieren zu fressen bekommen. Damit scheidet das geschabte Rinderherz als Futter aus. Der von mir sehr geschätzte Hans J. Mayland hatte in seinem Buch „Diskusfische, Könige Amazoniens“ (Verlag Landbuch, 1981) das geschabte Rinderherz propagiert. Ich selber habe meinen Cichliden, auch den Gibberosas, über längere Zeit Rinderherz nach Maylands Rezept verfüttert – Nachteile konnte ich keine erkennen.
Dennoch bin ich davon abgekommen, weil in Fachkreisen immer öfter überzeugend argumentiert wird, dass sich Fette von Warmblütern schädigend auf die Leber der Fische auswirken. Ein Argument, das sich leicht nachvollziehen lässt. Erst recht, wenn man bedenkt, dass in der Natur auf dem Menüplan von Cyphotilapia frontosa und Cyphotilapia gibberosa hauptsächlich Fische und Krebstiere (Garnelen) stehen. Logisch auch, dass die Fische im Tanganjikasee wohl kaum je an Fleisch von warmblütigen Tieren herankommen. Daraus lässt sich unschwer ableiten, dass der Verdauungstrakt der Fische nicht für diese Art Futter geschaffen sein kann.

Abschied vom Rinderherz
Es fiel mir leicht, mich vom Rinderherz als Cichlidenfutter zu trennen, weil ich mit dem „Garnelenmix“ nach dem Rezept von Kjell Fohrman, einen Ersatz gefunden habe, der mich in jeder Hinsicht überzeugt hat. Ein Futter, das sich auf die Bedürfnisse der zu ernährenden Fischarten genau zuschneiden lässt.

 
 
  Fressen ist für alle Aquarienfische Nahrungsaufnahme und Beschäftigung zugleich.  
                   

Zum detaillierten Rezept gelangen sie über diesen Knopf

 
 
   
    Das klassische Trockenfutter

Es gibt keinen Grund über Flockenfutter die Nase zu rümpfen. Auch grosse Cichliden nehmen gerne Flocken, auch wenn diese für ausgewachsene Frontosas eher als Dessert denn als Hauptspeise zum Einsatz kommen. Doch aufgepasst: Flockenfutter ist nicht gleich Flockenfutter. Nicht nur dass die Flocken in ungezählten Varianten auf dem Markt sind, sie sind auch von sehr unterschiedlicher Qualität. Schon gar nicht empfehlen kann ich die so genannten "no names". Oft ist die genaue Herkunft und die Zusammensetzung nicht klar deklariert - man kauft also die Katze im Sack. Dabei ist es wichtig zu wissen welche Bestandteile ein Flockenfutter hat. Namentlich ist darauf zu achten, dass keine Anteile von warmblütigen Tieren enthalten sind. Weshalb dies nicht gut ist, steht weiter oben auf dieser Seite beschrieben. Es bringt schliesslich nicht viel, wenn wir auf Rinderherz als Futter verzichten, doch via Flockenfutter dennoch Bestandteile von warmblütigen Tieren verfüttern.
Auch einige Marken-Fischfutter verwenden Warmblütiges. In der Deklaration eines bekannten Herstellers habe ich folgenden Satz gefunden:". . . pflanzliche Nebenerzeugnisse sowie Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse. . ." Was ist denn nun da drin? Dies fragt man sich vergebens - solche Deklarationen sind nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurden. Es gilt Futterhersteller zu boykottieren, die nicht in der Lage sind, ihre
Ingredienzien klar zu definieren. Was heisst schon tierisch?!

Sticks, Pellets und Futtertabletten
Für die weiteren Trockenfutter sind dieselben Vorbehalte angebracht wie beim Flockenfutter beschrieben. Von der Zusammensetzung her sind sie zumeist nichts anderes, als Flockenfutter in Form von Tabletten, Pellets, Granulat oder Sticks. Die so genannten Pellets oder Sticks sind Futtersorten, die schwimmfähig sind. Sie treiben also auf der Oberfläche, bis sie dort von den Fischen "gepflückt" werden. Eigentlich ist diese Form der Futteraufnahme für Cyphotilapias unnatürlich. Für Fische, die in der Natur hauptsächlich in Tiefen von 10 bis 60 Metern leben, ist das Fressen von der Wasseroberfläche wohl etwas ungewohnt. Doch Frontosas und Gibberosas sind lernfähig - wenn sie diese Art des Futters einmal kennen, gehen sie an schwimmendes Futter, als ob sie auf Anflugnahrung spezialisiert wären.
 
 
Der Klassiker unter allen Futterarten ist das Flockenfutter.    
   
Beliebt sind auch die Cichlidensticks. Sie werden nach einer Gewöhnungszeit auch von Frontosas gerne von der Wasseroberfläche geschnappt.  
   
 
Nicht alle Sticks schwimmen - das Cichlidenfutter von Dorswal sinkt auf den Boden. Das Zusammensuchen des Futters beschäftigt die Frontosas sinnvol  
Es gibt auch Sticks, die nicht schwimmen. Herstellerin ist unter anderen die Firma Roswal, die ihre Sticks in gutem altem Deutsch "Stäbchen" nennt (http://www.roswal.ch/). Diese Dorswal Stäbchen sinken auf den Boden und zwingen die Fische, sich ihr Futter dort aufzusammeln. Im Gegensatz zu den schwimmenden Sticks und Pellets, quellen die Droswal Stäbchen im Wasser nicht sehr auf und können direkt verfüttert werden. Dies ist bei der Verfütterung der meisten Sticks und Pellets anders: Diese müssen vor der Verfütterung unbedingt in Wasser eingelegt werden, damit sie etwas vorquellen können. Gibt man dieses Futter direkt von der Dose ins Aquarium, besteht die Gefahr, dass die Sticks im Magen der Fische zu quellen beginnen, was zum Tod eines Tieres führen kann.  
             
         
   
     

Frostfutter - die eisige Alternative

Im Handel werden heute alle Sorten von Kleinlebewesen, die sich als Fischfutter eignen, in gefrorener Form angeboten. Für unsere Frontosas sind alle Arten mehr oder weniger geeignet. Ein gewisses Handicape, jedenfalls für die Ausgewachsenen Exemplare, ist die geringe Grösse der meisten Futtertiere. Eine einzelne Mückenlarve macht keinen 30-Zentimeter-Cyphotilapia satt. 20 bis 30 Stück zusammen, ergeben aber auch für einen grossen Frontosa einen Mund voll ab. Dazu muss aber die genannte Menge als gefrorenes Stück verfüttert werden. Und genau da beginnt die grosse Diskussion.

Darf man Gefrorenes ohne aufzutauen verfüttern?
Die Frage, ob man gefrorenes Futter, ohne vorheriges auftauen verfüttern darf, stellt sich wohl seit es Frostfutter gibt. Während die einen Buchautoren dringend vor der Verfütterung von Gefrorenem abraten, ermuntern die andern gar dazu. Der  Aquarianer wird mit diesem Problem ziemlich alleine gelassen. Mir ist jedenfalls keine Studie bekannt, welche sich dieser Problematik unter wissenschaftlichen Bedingungen angenommen hätte.
Während ich es lange Jahre vermied, gefrorenes Futter zu reichen, bin ich heute davon abgekommen. Nicht, dass ich zur Überzeugung gelangt wäre, dass es unschädlich ist. Eher war es die Not, die bei mir zum Sinneswandel führte. In erster Line ist es die Verfütterung des Garnelenmixes (siehe Rezept weiter oben), welche mich dazu zwang. Der Garnelenmix kann in aufgetauter Form fast nicht ohne grosse Wasserbelastung verfüttern werden. Die fein zermalmten Bestandteile dieser Mixtur verteilen sich in aufgetauter Form als nebelartige Trübung über das ganze Becken. Der einzige  Weg, diese Trübung zu verhindern, führt über die Gabe von gefrorenen, respektive angetauten Stücken, die von den Fischen als Ganzes aufgenommen werden, bevor es zur Trübung kommt.
Kjell Fohrman, der Erfinder des Garnelenmixes, empfiehlt ausdrücklich das Reichen von nicht aufgetautem Futter. Dies gelte, so Fohrman, generell für  alle Arten von Frostfutter, so lange man nicht zu grosse Brocken anbiete. „Gefrorenes Futter schadet dem Fisch nicht, und verschmutzt auch das Wasser nicht so viel, wie aufgetautes Frostfutter“, erklärt Fohrman wörtlich. Er, als anerkannter Experte in der Haltung von Cichliden, muss es eigentlich wissen. Ich glaube kaum, dass er das Reichen von gefrorenem Futter propagieren würde, wenn er damit negative Erfahrungen gemacht hätte.

Rote Mückenlarven stehen immer mehr in der Kritik
Sie leben in belasteten, stehenden Gewässern und ernähren sich oft von verunreinigtem Schlamm. Die Rede ist von der roten Mückenlarve (Chironomus plumosus), deren Blutflüssigkeit Hämoglobin enthält. Daher rührt die namensgebende hell- bis dunkelrote Färbung. Allerdings hat die Lebens- und Ernährungsweise diesem Futtertier ein schlechtes Image eingetragen. Es fängt damit an, dass nach Liebers (1991) bei 30 Prozent der Personen, die mit roten Mückenlarven in Kontakt kommen, allergische Reaktionen auftreten. Verantwortlich dafür sollen Umweltgifte im Schlamm der Wohngewässer (Schwermetalle) oder auch das erwähnte Hämoglobin sein. Die Stichworte Umweltgifte, sprich chemische Verunreinigungen und Schwermetalle, müssten eigentlich reichen, dieses Futter vom Menuplan unserer Fische zu streichen. Wie stark diese Futtertiere belastet sind, wenn sie speziell als Zierfischfutter gezüchtet werden, entzieht sich meiner Kenntnis.
Jedenfalls gehört es, den geschilderten Erkenntnissen zum Trotz, zu den am meisten Angebotenen Frostfuttersorten. Auch ich verfüttere die Roten ab und an, weil sie zur Förderung des Laichansatzes gute Dienste leisten. Doch seit ich um die Problematik dieses Futters weiss, bin ich sehr zurückhaltend damit. Ich verwende es sporadisch als Dessert, nicht zuletzt weil ich beobachtet habe, dass es die Fische sehr gerne mögen.

Schwarze und weisse Mückenlarven
Auch die schwarze Mückenlarve (Culex pipiens) lebt in stehenden und organisch belasteten Gewässern – die Problematik mit Chemie und Schwermetallen ist bei dieser Art allerdings nicht gegeben. Dagegen gilt auch bei der schwarzen Mückenlarve, dass sie sehr klein ist und nur als gefrorener Klumpen sinnvoll an grosse Frontosas verfüttert werden kann. Ähnlich verhält es sich mit der weissen Mückenlarve (Chaoborus plumicornis), die, obschon sie etwas grösser ist, als Einzeltier keine grossen Fische satt machen kann. Die beiden Futtertiere gelten aber als sehr gutes, die Laichbereitschaft förderndes, Futter.

Shrimps, Krill, Mysis & Co
Mittlerweilen sind ungezählte Sorten an Krebstieren aus dem Süss- und Meerwasser im Handel erhältlich. Ich kann und will hier nicht auf jede einzelne Sorte eingehen. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass sich für unsere Cyphotilapias alles eignet, was irgendwie krebsartig ist und aus klaren Gewässern kommt. Allen voran Cyclops, Mysis und Krill. Diese Sorten bekommen Cichliden sehr gut, weil sie einen natürlich Anteil an Ballaststoffen enthalten. Aus mir nicht bekannten Gründen, werden Daphnia von afrikanischen Cichliden weniger gern genommen.

Muschelfleisch und Weissfisch, Garnelen und Crevetten
Wenn wir hier schon beim Frostfutter sind, darf nicht vergessen werden, dass auch Fisch oder Muschelfleisch gerne angenommen werden. Beim Fisch kommen alle Sorten von Weissfisch in Frage. Ich schabe mit einem Messer an den gefrorenen Blöcken mundgerechte Stücke ab, die ich ab und zu mit ein, zwei Tropfen Vitaminpräparat  anreichere. Genau so verfahre ich mit ganzen, ungekochten Garnelen oder auch mit gekochten, so genannten Crevetten (Krebsschwänzen).
Als Muschelfleisch eignet sich die im Aquaristikhandel erhältliche Herzmuschel. Ich bereite diese wie beim Fisch beschrieben zu. Bei der Verabreichung reinen Muschelfleisches ist zu bedenken, dass dieses Futter nur wenige Ballaststoffe enthält. Herzmuschel eignet sich übrigens bestens als weiterer Bestandteil für den Garnelenmix (Rezept siehe weiter oben), in dem die anderen Bestandteile die Ballaststoffe liefern.

 
  Rote Mückenlarven können bei 30 Prozent der Menschen allergische Reaktionen auslösen. Sind sie deshalb als Fischfutter nicht geeignet?  
   
  Schwarze Mückenlarven gelten als sehr gutes Futter und werden besonder von Züchtern geschätzt.  
 
Brine Shrimps sind nichts anderes als ausgewachsene Artemiakrebse.    
   
So wie diese roten Mückenlarven muss Frostfutter aussehen. Dicht an dicht gepackt und mit wenig Wasser oder Luft vermengt.  
 
  Herzmuscheln gibt es in verschiedenen Grössen und werden sehr gerne angenommen.  
     
 
Kauft man Frostfutter in den praktischen Blisterverpackungen, ist darauf zu achten, dass man nicht übers Ohr gehauen wird. Oft findet sich in diesen portionierten Packungen mehr gefrorenes Wasser als Futter. Von aussen lässt sich dieser Mangel nicht unbedingt feststellen. Erst wenn man die Deckfolie abzieht, konstatiert man, dass die einzelnen Portionen nicht ganz aufgefüllt sind, oder eben zu einem grossen Teil aus Wasser bestehen. Ich betone, dass dieser Missstand nicht bei allen Lieferanten auftritt – die schwarzen Schafe muss man sich merken und sie meiden. Da mir die üblich angebotenen Portionen ohnehin zu klein sind, ziehe ich die Futterplatten, den Blisterpackungen vor. Bei dieser Verpackung kriegt man normalerweise sauberes Futter und nicht nur Luft oder Wasser.  
Die Blisterpackung ist leider nicht immer über jeden Zweifel erhaben. Oft ist sie eine Mogelpackung.    
 
       
     
Lebendfutter - altbewährt, aber aufwändig

Wenn wir von erwachsenen Frontosas oder Gibberosas ausgehen, die wir mit Lebendfutter satt kriegen wollen, steht an erster Stelle der Regenwurm. Er ist, zumindest in ländlichen Gebieten, leicht zu finden. Aber auch in urbaner Umgebung ist die Beschaffung von Regenwürmern kein Problem. Sie lassen sich nämlich recht einfach züchten. Einen Grundstock für eine Wurmzucht ist im Handel erhältlich. Für verhältnismässig wenig Geld, kann man die Tiere zu hunderten kaufen. Als Zuchtbehälter eignet sich jedes Gefäss, das wasserfest ist und einen gut schliessenden Deckel hat. Damit kann man die Feuchtigkeit im innern besser regulieren. Die Grösse des Gefässes ist abhängig davon, welche Mengen an Würmern geerntet werden sollen. Von ein bis zwei Liter Volumen bis hundert oder mehr Liter Inhalt können Verwendung finden. Als Substrat eignet sich nicht sauere Garten- oder Moorerde. Als Futter kann von feuchtem Papier, über Kartoffelpüree, Maismehl, Roggenmehl, altem Brot, Spaghettiresten bis hin zu käuflichem Wurmfutter praktisch alles Essbare gereicht werden. Das Futter kann unter das Substrat gemischt werden, oder auch nur auf die Oberfläche gelegt werden. Entscheidet man sich für die zweite Variante, hat es sich bewährt, wenn man das Futter mit einer nassen Zeitung abdeckt. Die Würmer fressen sich dann mit der Zeit durch die Zeitung hindurch und die Feuchtigkeit bleibt lange erhalten.

Sattmacher mit Laichpower
Regenwürmer sind übrigens nicht nur gute Sattmacher für grosse Fische, sondern ein sehr gutes Futter. Der Beweis dafür ist die Tatsache, dass sich Cichliden durch Regenwürmer flott in Brutstimmung bringen lassen. Einen Nachteil haben sie dennoch: Grosse Würmer kann man nicht an einem Stück verfüttern. Das bedeutet, dass die Tiere in Mundgerechte Happen zerkleinert werden müssen – eine Tätigkeit, die nicht jedermanns (jederfrau) Sache ist. Aber was tut man nicht alles, um seine Fische in Schwung zu halten.

Der Rest ist mehr oder weniger Nachtisch
Bekanntlich gibt es noch eine ganze Reihe von Lebendfutter, das man entweder in der freien Natur fangen kann, oder, das man in Zuchtansätzen vermehrt. Allerdings sind die meisten Arten ihrer Kleinheit wegen nicht als volle Mahlzeit für ausgewachsene
Cyphotilapias geeignet. Für die Aufzucht von Jungfischen sind diese Futtertiere natürlich sehr zweckdienlich. Aber eben nur für die Aufzucht. Es ist immer wieder die Grösse von C. gibberosa und C. frontosa, die der Ernährung dieser Fische mit dem üblichen Lebendfutter im Wege steht. Es bräuchte ja tausende von Enchyträen (Enchytraeus albidus) oder Mikroälchen (Tubatrix silusiae) um einen 30-Zentimer-Fisch einigermassen satt zu kriegen.

Einheimische Bachflohkrebse
Deshalb kommen als Lebendfutter höchstens noch ausgewachsene Salinenkrebse  (Artemia sp) oder die beiden einheimischen Krebsarten, der Bachflohkrebs (Gammarus roeseli) und der gewöhnliche Flohkrebs (Gammarus pulex), in Frage. Diese erreichen immerhin eine Länge von 14 Millimeter (Weibchen) bis zirka 22 Millimeter (Männchen). Die beiden Arten sind sich äusserlich sehr ähnlich. Man erkennt sie am seitlich zusammengedrückten, gleichmässig gegliederten Körper. Sie stehen übrigens auch in der Natur ziemlich am Anfang der Nahrungskette und sind damit ein Fischfutter erster Güte. Beide Krebsarten kommen nur in sehr sauberem Wasser vor. Ja, sie gelten gar als Indikator für einwandfreie Wasserqualität. Damit ist auch schon gesagt, dass diese Tierchen heutzutage in der freien Natur eher selten anzutreffen sind.
Im Aquarienhandel werden Zuchtansätze für Gammarus roeseli angeboten. Für die Zucht benötigt man ein Aquarium mit etwa 60 Liter Inhalt. Auf einen Bodengrund kann verzichtet werden. Klar, dass das Zuchtbecken nicht beheitzt werden darf. Es hat sich bewährt, wenn man dem Wasser etwas Salz zusetzt. Als Futter kann gewöhnliches Flockenfutter dienen. Auch vermoderndes Laub wird gerne angenommen.

Artemia - auch ausgewachsen ein beliebtes Futter
Einfacher kommt man an die Salinenkrebse. Wie man diese ansetzt dürfte hinlänglich bekannt sein. Weniger bekannt ist, dass man diese Krebschen bis zu ihrer vollen Grösse heranziehen kann. Dann sind sie bis 12 Millimeter lang und sind damit durchaus als Futter für Grosscichliden geeignet. Im Handel sind spezielle Aufzuchtgeräte und Futter erhältlich. Bastler finden Anleitungen für den Eigenbau in diversen Büchern und im Internet. Allerdings reicht eine einzige Anlage nicht aus um mehrere Frontosas satt zu kriegen. Je nach der benötigten Menge an Artemia, müssen mehrere Anlagen hintereinander geschaltet werden, so dass zeitversetzt geerntet werden kann. Zudem braucht es viel Geduld bis die Tierchen endlich einen einigermassen akzeptablen Frontosa-Bissen abgeben.
 
 
  Sie sind nicht jedermanns Sache: die Regenwürmer. Für die Frontosas, und viele andere Cichliden, sind sie indessen ein echter Leckerbissen. Und zudem bringen sie die Fische in Laichstimmung.    
 
Der Bachflohkrebs (Gammarus roeseli) ist nur in sehr sauberen und fliessenden Gewässern zu finden.  
 
Das Salinenkrebschen (Artemia sp.) ist nicht nur Lebendfutter für Jungfische - ausgewachsen können auch grössere Fische davon satt werden.    
     
                                                                             

 

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