24 | 09 | 2017

Sein Name ist Programm

 

   
     
  Bei der Variante "Blue Zaire" bleibt der Stirnbuckel im Vergleich mit der Burundi-Variante verhältnismässig klein.    
  Seine Name ist Programm

Der Name Cyphotilapia frontosa bezieht sich wie in der deutschen Form "Tanganjika-Beulenkopf", auf den beulenartigen Auswuchs auf der Stirn des Fisches. Dabei kommt der Wortteil "Cypho" aus dem Griechischen und bedeutet etwa Beule, Schwellung, Geschwulst oder Auswuchs.
Der zweite Wortteil "Tilapia" ist der Sprache der Bevölkerung rund um den Lake Ngami in Afrika entliehen und bedeutet ganz einfach nur Fisch. "Frontosa" schliesslich ist lateinisch und nimmt Bezug auf die Vorderseite des Kopfes, der Front eben. Zusammengefasst also der Fisch mit der Beule am Kopf, oder der Beulenkopf.
Dabei hatte der Fisch nicht von Anfang an diesen Namen: Bei seiner Entdeckung 1906 durch Boulenger hiess er noch Paratilapia frontosa. 1915 erhielt er den Namen Pelmatochromis frontosus. Und diesen Namen behielt er, bis Reagen 1920 die Systematik der Fische neu ordnete. Durch ihn kam unser Tanganjika-Beulenkopf seinem bis zum heutigen Tag gültigen Namen.
Im Jahre 2003 ist eine neue Art von Cyphotilapia hinzugekommen: Cyphotilapia gibberosa. Diesen Namen verliehen die japanischen
Ichthyologen Takahashi und Nakaya den Arten aus dem südlichen Tanganjikasee. Wie der Name Frontosa, bezieht sich auch das Wort "Gibberosa" auf den Stirnbuckel. Es stammte aus dem Lateinischen und leitet sich von "Gibbus" ab. Gibbus=Buckel. Mehr zur neuen Taxa unter (Die Gattung).

Unterschiedlich grosse Beulen
Dabei muss gesagt werden, dass nicht alle Varianten ihrem Namen in gleichem Masse Ehre machen. Sehr ausgeprägte Beulen können vor allem die männlichen Tiere aus dem Fanggebiet von Burundi haben. Diese entwickeln zuweilen extrem ausgeprägte Beulen. Doch muss ich davor warnen, daraus zu schliessen, dass alle männlichen Frontosas grosse Buckel tragen, und alle Weibchen kleine. So einfach lässt sich das Geschlecht bei Cyphotilapia (leider) nicht bestimmen. Tiere mit kleineren Buckeln sind nicht im Vornherein als Weibchen anzusehen. Wenn auch weibliche Tiere dieser Arten oft weniger ausgeprägte Buckel entwickeln, so kann die Grösse des Buckels allein nicht zur Bestimmung des Geschlechts herangezogen werden. Tiere aus dem südlichen Teil des Tanganjikasees, darunter auch der "Blue Zaire", zeigen dieses Phänomen von Natur aus nicht so stark.
 
     
Extrem kann sich der Stirnbuckel bei der Burundi-Variante entwickeln, wie dieses ältere Tier zeigt. (Foto: Ewald Knopf)  
 
  Auch jüngere C. frontosa Burundi zeigen oft einen ausgeprägten Buckel. (Foto: zvg)