Auf der Roten Liste bedrohter Tierarten - aber dennoch nicht bedroht?

Im Januar dieses Jahres hatte ich im Internet die Rote Liste der IUCN (The International Union for the Conservation of Nature and Natural Resources) entdeckt. Auf dieser Liste bedrohter Tierarten war Cyphotilapia frontosa aufgeführt. Klar, dass ich über solch wichtige Neuigkeiten auf dieser Seite berichten musste (vergleiche Artikel unten). Wie sich jetzt herausstellt, wird auch diese "Suppe" nicht so heiss gegessen, wie sie gekocht wurde.

Cyphotilapia ist zwar tatsächlich auf dieser Liste aufgeführt, mit der Begründung, die zunehmende Sedimentation und der Raubbau für den Aquarienfischhandel gefährde die Art. Nur wird die Sache noch innerhalb dieser Liste wieder relativiert, um nicht zu sagen aufgehoben. Es gibt da nämlich einen Punkt "Red List Category & Criteria", der bloss mit dem Kürzel "LC" gekennzeichnet ist. Ganz offensichtlich hatte ich diesen Punkt bei meiner Entdeckung der Liste falsch interpretiert. Das "LC", steht nämlich für "Least Concern", was man mit "wenig bedenklich" übersetzen könnte. Die Bedeutung dieses "LC" wird schliesslich frei übersetzt mit "nicht kritisch gefährdet, gefährdet, oder bedroht", erklärt. Angemerkt wird noch, dass die Art häufig vorkomme. Und unter einem weiterhin aufgeführten Punkt (Justification) steht gar, man hätte keine grössere oder verbreitete Bedrohungen identifizieren können.


Was soll das?


Da wird also eine Art auf eine Rote Liste bedrohter Tiere gesetzt, um die ganze Sache gleich wieder zu relativieren. Die Frage sei erlaubt: Weshalb setzt man eine Art auf eine Rote Liste, wenn sie von derselben Organisation als gar nicht kritisch gefährdet oder bedroht eingestuft wird? Gemeint ist wohl, dass eines Tages eine solche Gefährdung eintreten könnte, wenn . . .

Leider kann ich mich von einer gewissen Mitschuld an der Verbreitung dieser vermeintlichen Hiobsbotschaft nicht freisprechen. Die Rote Liste der IUCN führt zwar nach wie vor Cyphotilapia frontosa auf. Doch bin ich dieser eigenartigen Roten Liste nicht nur aufgesessen, ich habe sie auch noch unrichtig inerpretiert und auf dieser Seite verbreitet. Dafür entschuldige ich mich. Es lag mir fern unter den Freundinnen und Freunden der Art Cyphotilapia Besorgnis auszulösen oder gar wissentlich Halbwahrheiten zu verbreiten. Heute lösen bei mir zwei Dinge Kopfschütteln aus: Einerseits eine Rote Liste mit den bedrohten Tieren, die (noch) gar nicht bedroht sind, und andererseits wie ich auf diese eigenartig verschlüsselte Liste so hereinfallen konnte. Jedenfalls bin ich Heinz Büscher, der mich auf den Fehler aufmerksam machte, dankbar.

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